PsychotherapeutInnenReinwald Monika




Interview von Mag. Dr. Monika Reinwald

F: Welche KlientInnen sind bei Ihnen in der Psychotherapie besonders gut aufgehoben?

Kinder, Jugendliche und Familien mit folgender Symptomatik: Psychosomatik, Depression, Ängste und Panikattacken, Essstörung, sexueller Mißbrauch, Paarprobleme, Trauma, Zwänge und Lebenskrisen.
Weiters biete ich auch Supervision für Institutionen und Einzelpersonen an.
Die Aufstellungsarbeit stellt noch einen besonderen Schwerpunkt in meinen
Seminaren und in der Einzeltherapie dar.


F: Welche KlientInnen sollten eher NICHT zu Ihnen in Psychotherapie kommen?

Sexuelle Mißbrauchstäter und Klienten, die keinen Sinn in der Psychotherapie
sehen.


F: Wie kamen Sie zur Psychotherapie?

Ich wußte schon als Kind, dass ich einmal mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien arbeiten will. Die systemische Familientherapie lernte ich im Rahmen meines Psychologiestudiums kennen. Was mich am meisten daran faszinierte, war, dass diese Therapieform die Stärken und die Individualität jedes Menschen hervorhob. Vor allem lehrt sie, dass jeder mit diesen Stärken und mit der Hilfe eines Therapeuten seine Probleme bewältigen kann.

F: Was hat Sie bewogen, gerade Ihren Beruf zu ergreifen?

Weil ich sah, daß ich mit meiner Ausbildung jeden Menschen ein Handwerkszeug zur Problembewältigung in die Hand geben kann. Und vor allem kann ich jedem Kind und Erwachsenen zeigen, daß ihr Leben wieder lebenswert ist.

F: Welche besonderen Fähigkeiten sind Ihrer Meinung nach in Ihrem Beruf gefordert?

Die Fähigkeit, das Gute und die Stärken in jedem Menschen zu sehen; Geduld ,Verstehen und Ernst -Nehmen; emotionales Mitschwingen und doch
professionelle Objektivität behalten;
nicht zu vergessen - Humor als lustvoller Faktor in der Klient-Therapeutenbeziehung.


F: Weshalb haben Sie sich gerade für Ihre Arbeitsschwerpunkte entschieden?

Im Laufe meiner Ausbildung hat sich herausgestellt, daß genau hier meine Stärken liegen. Es hat sich mittlerweile bei der Arbeit in meiner Praxis bestätigt, daß meine Entscheidung richtig war.

F: Was erachten Sie als Ihren bisher größten beruflichen Erfolg?

Für mich ist jeder kleine Fortschritt ein Riesenerfolg - sowohl für den Klienten/in als auch für mich; denn jeder kleinste Schritt ist ein Schritt näher zum Ziel und bringt schon in den meisten Fällen eine große Erleichterung für mein Klientel.

F: Wodurch glauben Sie, könnten die Menschen vermehrt für Ihre Dienstleistungen interessiert werden?

Durch meine langjährige Berufserfahrung und durch das positive Feed-back von Kollegen/innen, Ämtern, Institutionen und Privatpersonen, mit denen ich schon lange zusammenarbeite. Für Kinder ist besonders meine Spieltheraoie
interessant , da ich mit den Kleinen auf meinem Bauernhof arbeite, auf dem es viele Therapietiere gibt- unter anderem meine Labradorhündin Kira.


F: Arbeiten Sie auch mit BerufskollegInnen oder mit ProfessionistInnen aus anderen Berufsgruppen zusammen?

Selbstverständlich, denn die Netzwerkarbeit ist das Wichtigste, um für das Klientel das Beste zu bewirken.

F: Bieten Sie auch selbst Veranstaltungen an (Seminare, Workshops, Gruppen, Vorträge usw.)?

Aufstellungsseminare und Selbsterfahrungsseminare

F: Welches Ziel wollen Sie in Ihrem Beruf noch erreichen?

Weiterhin so qualitätssichernd wie bisher zu arbeiten ( ich arbeite nicht mehr als 4 Stunden psychotherapeutisch am Tag ) .

F: Was bedeutet für Sie Glück?

Glück bedeutet für mich, die Aufmerksamkeit auf kleine Dinge zu richten, die in Wirklichkeit groß sind:
das Vertrauen meiner Famillie in mich und umgekehrt; auch Freundschaft will ich als Glück definieren, denn alles Große in dieser Welt ist nicht so viel wert wie ein guter Freund; und, nicht zu vergessen, mein Hobby, welches ich zu meinem Beruf gemacht habe: die bereichernde Arbeit mit Menschen.


F: Wenn Sie die berühmte "Gute Fee" nach drei Wünschen fragen würde, welche würden Sie äußern?

Weiterhin Gesundheit für mich und für die Menschen um mich, die ich liebe.
Daß es auf der Welt immer Frieden gibt.
Daß kein Mensch auf dieser Welt mehr hungern braucht.


F: Welche drei Gegenstände würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?

Mein Trampolin, ein gutes Buch und ein Bild von meiner geliebten Familie.

F: Was ist Ihr Lebensmotto?

In jedem Menschen das Gute zu sehen und immer den Schwächeren zu helfen.

Fach-Interview von Mag. Dr. Monika Reinwald

F: Was ist Systemische Familientherapie?

Systemische Familientherapie beschäftigt sich mit den Fragen, wie in sozialen Systemen Menschen ihre Wirklichkeit erzeugen und welches Denken dieser zugrunde liegt.
Systemtherapeutische Techniken versuchen, stabilisierende, leiderzeugende Muster des Erlebens, Verhaltens und der Beziehungsgestaltung zu verändern oder aufzulösen und die Entstehung anderer erwünschter Muster zu fördern.
Dabei werden vom Therapeuten immer die Stärken jedes Klienten fokusiert.


F: Was ist der Unterschied zwischen Beratung und Therapie?

Der Begriff Beratung bezeichnet im Allgemeinen ein Gespräch oder einen anderweitig kommunikativen Austausch (Brief, E-Mail o. ä.) oder auch eine praktische Anleitung, die zum Ziel hat, eine Aufgabe oder ein Problem zu lösen oder sich der Lösung anzunähern. Im psychosozialen Bereich gibt es hierzu auch verschiedene besondere Beratungsmethoden. Meist wird Beratung im Sinne von „jemanden in helfender Absicht beraten“ oder „Ratschläge erteilen“ verwendet

F: Was ist der Unterschied zwischen PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und FachärztInnen für Psychiatrie?

Ein Psychologe beschäftigt sich mit der Entwicklung, Durchführung und Evaluation von Diagnostik- und Interventionsverfahren, v.a. psychologischer Beratung und Trainings, sowohl in klinischen als auch z.B. arbeits-, betriebs-, markt- und organisationspsychologischen, sowie vielen weiteren Arbeitsfeldern ( z.B. Verkehrspsychologie, Rechtspsychologie, Schulpsychologie, Medienpsychologie, Sportpsychologie u.v.m.). Grundlage der psychologischen Tätigkeiten sollten wissenschaftlich begründete Erkenntnisse sein.

Ein Psychiater ist ein Arzt mit psychiatrischer Facharztausbildung. Als solcher beschäftigt er sich mit der Diagnose, Behandlung und Erforschung von Erkrankungen oder Störungen des Geistes oder der Seele des Menschen.
Im Unterschied zum (nichtärztlichen) Psychologischen Psychotherapeuten ist der Psychiater zum Verschreiben von Medikamenten befähigt und berechtigt.

Ein/e Psychotherapeut/in arbeitet mit dem Klienten, damit sich dieser den eigenen Problemen stellen und sie genauer erkennen kann, um sich auf die besonderen Herausforderungen im Leben einzustellen. Weiters bewirkt der/die Therapeut/in, daß der/die Klient/in von unangenehmen psychischen Beschwerden befreit oder erleichtert wird, die eigenen Konfliktbewätigungsstrategien verbessert und an der Wiederherstellung von sozialer wie privater Leistungsfähigkeit mitwirken kann.


F: Was ist Coaching?

Coaching oder auch Begleitung (Leithilfe) sind in einer allgemeinen Umschreibung alle Konzepte gemeint, die in professioneller Form individuelle Beratung im beruflichen Kontext anbieten. (Backhausen/Thommen)

Coaching findet im Spannungsfeld zwischen der beruflichen und privaten Rolle einer Person statt. Mit dem Fokus auf die Persönlichkeit stärkt es in beruflichen Entwicklungsprozessen die Fähigkeit des Kunden , die 'Dinge selbst steuern zu können'.
Im Sinne der 'Hilfe zur Selbsthilfe' werden im Coaching u.a. verdeckte Ressourcen erkannt, benannt und damit nutzbar gemacht


F: Was ist Supervision?

Supervision ist eine spezifische Beratungsform, die in beruflichen Angelegenheiten begleitend und unterstützend von Menschen genutzt wird
Supervision begleitet Einzelne, Teams, Gruppen und Organisationen bei der Reflexion und Verbesserung ihres beruflichen oder ehrenamtlichen Handelns. Fokus ist je nach Zielvereinbarung die Arbeitspraxis, die Rollen- und Beziehungsdynamik zwischen Supervisand und Klient, die Zusammenarbeit im Team bzw. in der Organisation des Supervisanden usw.

Supervision bietet in diesem Kontext:

* Reflexions- und Enstscheidungshilfe bei aktuellen Anlässen,
* Unterstützung in herausfordernden oder belastenden Arbeitssituationen und Konflikten,
* Klären und Gestalten von Aufgaben/Aufträgen, Funktionen und Rollen,
* Begleitung bei Veränderungsprozessen und
* Hilfe in der Bewältigung neuer Herausforderungen an.

Prophylaktisch kann Supervision bei Problemen wie Burnout und Mobbing sinnvoll eingesetzt werden.



F: Was ist Training?

Der Begriff Training steht allgemein für alle Prozesse, die eine verändernde Entwicklung hervorrufen. Trainings-Effekte entstehen beim Menschen durch die Verarbeitung von Reizen. Diese Reize können aus dem Menschen selbst hervorgehen, indem zum Beispiel eine neue Erkenntnis auf der geistigen Ebene einen Reiz für Veränderungen auf der körperlichen und seelischen Ebene darstellt
In der Psychotherapie bezeichnet 'Training' bestimmte Behandlungsprogramme, zum Beispiel Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Psychoedukatives Training u.a.


F: Was ist der Unterschied zwischen Coaching und Supervision?

Coaching ist wie die Supervision ein reflexives Verfahren, aber immer auch zielorientiert.

Zielgruppe des Coachs sind primär Führungskräfte/Manager, aber auch die individuelle Beratung in verschiedenen beruflichen Kontexten.

Supervision richtet sich an Sozial- und Beziehungsarbeiter sowie Berater und
Institutionen.

Supervision unterstützt nicht direkt den Aufbau spezifischer Kompetenzen.


F: Gibt es Coaching nur für berufliche Themen oder auch für private?

Es gibt Coaching natürlich auch für private Themen.






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