News > Sozialstaat funktioniert - blinde Flecken aufdecken, Finanzierungsbasis verbreitern

am 1.7.2021
Gesundheitssystem stärken, ausbauen

Wien (OTS) - „Die Corona Krise hat gezeigt, dass unser Sozialstaat gut funktioniert und dass wir uns auf ein ausgezeichnetes Gesundheitssystem verlassen können“, so AK Direktor Christoph Klein. „Die Krise hat aber auch gezeigt, dass es blinde Flecken gibt und dass es Gruppen gibt, die keinen oder keinen ausreichenden Zugang zu guter Versorgung haben.“ Betroffen seien vor allem Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen ohne Anspruch auf ausreichende Versorgung und finanzielle Unterstützung. Klein: „Diese blinden Flecken gilt es aufzuzeigen, diese Lücken müssen geschlossen werden. Denn eine solidarische Krankenversicherung ist ja gerade auch für die Menschen da, die Unterstützung in Krisenzeiten besonders brauchen.“

Um die Versorgung für die Versicherten auf dem bisherigen hohen Niveau sicherzustellen und wo notwendig auszubauen, brauche ein solidarisches Gesundheitssystem auch eine breitere Finanzierungsbasis, so Klein: „Das gilt aktuell mehr denn je, um die Corona-bedingten Einnahmenausfälle aus dem Steuertopf auszugleichen.“

„Eine gute Gesundheitsversorgung durch das heimische Modell der sozialen Krankenversicherung ist keine Selbstverständlichkeit. Aus Sicht der Arbeiterkammer ist es wichtig, dass in der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) die Interessen der ArbeitnehmerInnen eine starke Vertretung haben“, erläutert Klein anlässlich der heutigen Präsentation des Arbeitsprogrammes der ArbeitnehmerInnenvertretung in der ÖGK. „Nur sie sorgt dafür, dass alle Versicherten Zugang zu den Leistungen haben und setzt sich für Verbesserungen überall dort ein, wo es für die Versicherten wichtig ist. Die Selbstverwaltung ist die Grundlage für eine Gesundheitsversorgung bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen.“ Das zeige sich an Verbesserungen in vielen Bereichen, die in den vergangenen Jahren – trotz des völligen Umbaus der ÖGK – gelungen seien, etwa bei der Dauer der Auszahlung von Krankengeld, bei Bewilligungen oder der telefonischen Krankschreibung angesichts der Corona-Pandemie.

Gute Versorgung sicherstellen und ausweiten
Aus Sicht der Arbeiterkammer liegen die großen Herausforderungen im Bereich der Versorgung chronisch kranker Menschen und Menschen mit psychischen Erkrankungen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen. Hier gilt es eine niederschwellige Versorgung ohne finanzielle Hürden für alle Versicherten sicherzustellen. Es darf in der Qualität der Versorgung keinen Unterschied machen, ob man in Wien oder in Kärnten zuhause ist, in der Stadt oder auf dem Land lebt. Es darf auch keinen Unterschied machen, welcher Berufsgruppe jemand angehört. In Österreich leiden rund 800.000 Menschen an Diabetes Mellitus, 90 Prozent davon sind an Diabetes Typ 2 erkrankt. Um Folgeerkrankungen und Eingriffe wie Amputationen zu verhindern braucht es strukturierte Betreuungsprogramme und spezialisierte Behandlungszentren für chronisch kranke Menschen. Das hilft den Erkrankten und verhindert hohe Folgekosten im Gesundheits-, Pflege- und Sozialwesen. Investitionen in eine bessere psychosoziale Versorgung sind dringend erforderlich, Zugangshürden müssen abgebaut und Kassenplätze ausgebaut werden, damit die Menschen rasch die notwendigen Angebote bekommen. Ein besserer Blick auf Medikation kann die Lebensqualität gerade vieler älterer Menschen verbessern. Im niedergelassenen Bereich sollten die vorhandenen technischen Lösungen genutzt werden, hierfür ist die lückenlose E-Medikation Voraussetzung.

Das Gesundheitssystem lebt von den Menschen, die darin arbeiten!
Ein gutes Gesundheitssystem wird von den Menschen getragen, die darin arbeiten, daher ist es der Arbeiterkammer gemeinsam mit der ArbeitnehmerInnenvertretung in der ÖGK ein Anliegen, Behandlungs- und Versorgungsqualität immer mit den Arbeitsbedingungen für alle Gesundheitsberufe zusammenzudenken. Für die regionale Versorgung gilt es, einen starken Fokus auf Allgemeinmedizin und multidisziplinäre Primärversorgung zu legen. Die Aufwertung der gehobenen Pflege und der verstärkte Einsatz anderer Gesundheits- und Sozialbetreuungsberufe kann ein wichtiger Schritt sein, die starke Arztlastigkeit unseres Gesundheitssystems zu überwinden.

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Quelle: OTS0116, 1. Juli 2021, 10:39


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